Abschlussförderung

Es kann vorkommen, dass die Finanzierung kurz vor dem Abschluss der Promotion endet. Um die dadurch entstehende Finanzierungslücke zu überbrücken, bieten die Friedrich-Schiller-Universität Jena und einige Stiftungen Kurzzeitstipendien, um die Promotion abzuschließen. Im Folgenden finden Sie einige dieser Fördermöglichkeiten.

Kurzzeitstipendien für internationale Promovierende

Die Friedrich-Schiller-Universität vergibt Kurzzeitstipendien für internationale Promovierende, die ihre Dissertation eingereicht haben oder kurz vor der Abgabe stehen. Diese Stipendien werden aus Mitteln des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) finanziert. Die Förderdauer beträgt bis zu 3 Monate, eine Verlängerung bis auf 6 Monate ist möglich. Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich 1000,- EUR.

Die Bewerbungsfrist für das folgende Quartal endet jeweils einen Monat vor Quartalsende. Bewerbungen sind in folgenden Zeiträumen möglich:

  • 01.01. bis 28.02. (Förderbeginn frühestens 01.04.)
  • 01.04. bis 31.05. (Förderbeginn frühestens 01.07.)
  • 01.07. bis 31.08. (Förderbeginn frühestens 01.10.)
  • 01.10. bis 30.11. (Förderbeginn frühestens 01.01.)

Die Vergaberichtlinie finden Sie hier.

Wer kann sich bewerben?

Internationale Promovierende der FSU aller Fachdisziplinen, die Ihre Dissertation eingereicht haben oder kurz vor der Abgabe stehen und nicht von einer außeruniversitären Forschungseinrichtung gefördert wurden oder werden. Sie können für die Zeit von der Einreichung der Dissertation bis zur mündlichen Prüfung eine Förderung in Höhe von 1000,- Euro monatlich beantragen um:

  • ein begonnenes Forschungsprojekt abzuschließen
  • ein umgrenztes Forschungsvorhaben durchzuführen
  • ein neues Forschungsvorhaben vorzubereiten.

Ausgeschlossen ist die Vergabe eines Stipendiums an Bewerber bzw. Bewerberinnen, die gleichzeitig eine Promotionsförderung aus öffentlichen Mitteln in Anspruch nehmen.

Wie kann ich mich bewerben?

Die Bewerbung ist quartalsweise über unser Internetportal für Stipendienbewerbungen möglich. Dort können Sie die Bewerbung online durchführen und erforderliche Dokumente hochladen.

Folgende Unterlagen werden für die Bewerbung benötigt:

Upload über das Portal

  • Datenblatt aus doc-in (in doc-in einloggen, auf der Startseite die Option "Download" wählen, "Datenblatt/datasheet" wählen, das Dokument als pdf speichern)
  • Tabellarischer Lebenslauf mit Publikationsverzeichnis
  • Kopie des elektronischen Aufenthaltstitels oder der Meldebescheinigung
  • Beschreibung des Forschungsvorhabens, des Arbeitsplanes und des konkreten Arbeitsergebnisses, das am Ende der Förderung erreicht werden soll (z.B. Publikation, Vortrag, Aufsatz, Versuchsreihe) auf maximal 2 Seiten (Arial 11pt, 1.5-zeilig)

Übermittlung durch den Betreuer / die Betreuerin:

Wie erfolgt die Auswahl?

Über die Vergabe der Stipendien entscheidet die Vergabekommission der Graduierten-Akademie. Die Begutachtung der Anträge erfolgt anhand folgender Kriterien:

  • wissenschaftliche Qualität und Originalität des Forschungsvorhabens und Arbeitsprogramms
  • eine zügig durchgeführte Promotion
  • Nachweis der aktiven Beteiligung am wissenschaftlichen Austausch entsprechend des Qualifikationsalters (z.B. durch Publikationen, Vorträge auf Konferenzen, Organisation wissenschaftlicher Veranstaltungen sowie der Teilnahme an strukturierten Promotionsprogrammen).

Die Bewilligung erfolgt vorbehaltlich der Abgabe der Dissertation und der Eröffnung des Promotionsverfahrens. Der Nachweis erfolgt über den Eintrag des Abgabedatums durch das Dekanat in doc-in oder ein separates Schreiben der Fakultät.

Vorrangig werden Anträge berücksichtigt, in denen die Bewerberin oder der Bewerber sowie Betreuerin bzw. Betreuer ausdrücklich versichern, dass von anderer Seite keine Unterstützung möglich ist, dass die beantragten Mittel der Sicherung des Lebensunterhalts des Bewerbers bzw. der Bewerberin dienen und damit als Unterstützung für den angestrebten Abschluss unerlässlich sind.

Informationen für Stipendiatinnen und Stipendiaten

Spätestens vier Wochen nach Beendigung der Förderung ist unaufgefordert ein Bericht über den Verlauf der Arbeiten und über die Ergebnisse vorzulegen. Die erreichten Arbeitsergebnisse (z.B. Publikation, Drittmittelantrag, Aufsatz, Untersuchungsprotokolle) sind in Kopie beizufügen. Die Einreichung kann auf elektronischem Weg erfolgen.

Promotionsabschlussstipendien

Um den Abschluss von weit fortgeschrittenen Promotionsprojekten zu ermöglichen, vergibt die Universität Abschlussstipendien in Höhe von 1400,- monatlich. Die Förderung erfolgt i.d.R. bis zu 6 Monate, in besonders begründeten Ausnahmefällen ist eine Förderdauer von bis zu 12 Monaten möglich. Die geförderte Gesamtpromotionszeit darf inklusive der Promotionsabschlussförderung nicht mehr als 36 Monate betragen (bei Corona-bedingten Verzögerungen sind bis zu 42 Monate möglich, siehe Punkt "Zeitlich befristete Ausnahmeregelung für pandemie-bedingte Verzögerungen im Promotionsfortschritt"). Ziel dieser Förderung ist die Einreichung der Dissertation. Dies muss im Antrag durch einen Arbeitsplan und eine Bestätigung des Betreuers überzeugend dargelegt werden.

Wer kann sich bewerben?

Promovierende der FSU Jena mit weniger als 36 Monaten geförderter Promotionsdauer, deren Promotion im beantragen Förderzeitraum (in der Regel bis zu 6 Monate) abgeschlossen werden kann (bei Corona-bedingten Verzögerungen sind bis zu 42 Monate möglich, siehe Punkt "Zeitlich befristete Ausnahmeregelung für pandemie-bedingte Verzögerungen im Promotionsfortschritt").

Wie kann ich mich bewerben?

Die Bewerbung ist laufend möglich und sollte spätestens 4 Wochen vor dem beantragten Förderungsbeginn eingehen.

Senden Sie zunächst zur Vorprüfung Ihrer Antragsberechtigung per E-Mail Ihren Lebenslauf, Informationen zu bisherigen Förderungen (Stelle, Stipendium) und eine kurze Darstellung zum Stand der Arbeit (1 - 2 Seiten). Nach der erfolgten, positiven Vorprüfung sollte der Antrag ebenfalls per E-Mail übermittelt werden. Folgende Unterlagen werden dafür benötigt:

  1. ausgefülltes Antragsformular (da die Daten elektronisch übermittelt werden, ist keine Unterschrift notwendig)
  2. tabellarischer Lebenslauf mit Publikationsverzeichnis,
  3. ein Exposé des Dissertationsvorhabens mit Ausführungen zur Fragestellung, deren Herleitung und Begründung, zum Stand der Forschung, zur methodischen Umsetzung, zum derzeitigen Arbeitsstand und dem geplanten zeitlichen Ablauf mit Anführung einschlägiger Literatur (1-2 Seiten, ohne Literaturverzeichnis, Arial 11pt, 1,5-zeilig),
  4. eine Kopie des Hochschulabschlusszeugnisses,
  5. eine vertrauliche Stellungnahme der betreuenden Hochschullehrerin bzw. des betreuenden Hochschullehrers, welche Auskunft über das Dissertationsvorhaben sowie die persönliche und fachliche Qualifikation der Bewerberin bzw. des Bewerbers gibt (Formblatt 'Betreuer' (als pdf oder als doc) bitte direkt durch die Betreuerin/den Betreuer an ),
  6. ein vertrauliches formloses Referenzschreiben eines zweiten Hochschullehrers (bitte direkt durch die Hochschullehrerin/den Hochschullehrer an ).
Wenn Sie eine Corona-bedingte Verlängerung geltend machen wollen, reichen Sie bitte die zusätzlich erforderlichen Nachweise über die pandemie-bedingten Einschränkungen ein. Mögliche Einschränkungen werden im Punkt "Zeitlich befristete Ausnahmeregelung für pandemie-bedingte Verzögerungen im Promotionsfortschritt" genannt.

Zeitlich befristete Ausnahmeregelung für pandemie-bedingte Verzögerungen im Promotionsfortschritt

Wenn die ohne Abschlussstipendium geförderte Promotionszeit (Stelle oder Stipendium) aufgrund der Corona-Ausnahmesituation nur eingeschränkt genutzt werden kann bzw. konnte, kann ein Abschlussstipendium auch noch für die Zeit nach Ablauf von 36 Monaten bisheriger Finanzierung beantragt werden. Die geförderte Gesamtpromotionszeit (Stelle und/oder Stipendium inkl. Abschlussstipendium) darf inklusive Corona-begründeter Verlängerungen nicht mehr als 42 Monate betragen.

Dabei gilt für Promovierende mit Arbeitsvertrag: Bei pandemie-bedingten Verzögerungen im Promotionsfortschritt sind zunächst die Vorgesetzten dafür verantwortlich, die Beschäftigungszeit von Promovierenden so zu verlängern, dass das Qualifizierungsziel trotz der pandemie-bedingten Verzögerungen erreicht werden kann. Wenn dies nicht möglich ist (z.B. weil ein Drittmittelgeber keine Verlängerungsmöglichkeiten bereitstellt oder weil die Haushaltsstelle im Stellenplan nicht länger zur Verfügung steht), kann unter den oben genannten Bedingungen ein Promotionsabschlussstipendium beantragt werden.

Bei der Beantragung eines Abschlussstipendiums, das von der Ausnahmeregelung für pandemie-bedingte Einschränkungen Gebrauch macht, ist eine Darstellung mit einzureichen, welche pandemie-bedingten Einschränkungen aufgetreten sind und welchen Zeitraum der Verzögerung sie bewirkt haben. Pandemie-bedingte Einschränkungen, die zwischen 1. März und 30. September 2020 auftreten können, umfassen insbesondere folgendes:

  • Individuelle Quarantäne (Rückkehrer, Verdachtsfälle)
  • Laborzugang: zeitlich begrenzt im März und April evtl. gar kein Laborzugang möglich, danach wegen Schichtbetrieb/eingeschränkter Personenzahl ggf. Erschwernisse
  • Bibliothek und Fernleihe: keine Nutzung der Präsenzbestände der ThULB von 20. März bis 19. April, ab 20. April eingeschränkte Nutzung (Kopiendienst), ab 11. Mai Ausleihe und Fernleihe wieder möglich
  • Forschungsreisen: Archivreisen, Nutzung externer Labore, geplante längere Forschungsaufenthalte im In- oder Ausland von März bis mindestens Ende Juli nicht möglich bzw. stark eingeschränkt.
  • Umstellung auf digitale Lehre: evtl. zusätzliche Zeiterfordernis für Vorbereitung von Lehre im Sommersemester 2020
  • Kinderbetreuung und Home-Schooling: je nach Alter und Klassenstufe der Kinder von 17. März bis einschließlich Juli ist Möglichkeit zur eigenen Arbeit u.U. stark eingeschränkt. Besonders betroffen sind Alleinerziehende.

Bitte reichen Sie wenn möglich entsprechende Nachweise mit ein (zum Beispiel Bescheinigung Laborleiter/in oder Arbeitsgruppenleiter/in über Laborschließungen und eingeschränkte Labornutzung, Kindergeldbescheid o.ä. zum Nachweis von Kinderbetreuung/Home-Schooling etc.).

Informationen für Stipendiatinnen und Stipendiaten

Abschlussbericht
Spätestens vier Wochen nach Beendigung der Förderung ist unaufgefordert ein Bericht über den Verlauf der Arbeiten und über die Ergebnisse vorzulegen. Die erreichten Arbeitsergebnisse (z.B. Publikation, Drittmittelantrag, Aufsatz, Untersuchungsprotokolle) sind in Kopie beizufügen. Die Einreichung kann auf elektronischem Weg erfolgen.

Hinweise zur Gestaltung des Abschlussberichts und Musterbericht

Weitere Möglichkeiten der Abschlussförderung

Es gibt nur wenige Stiftungen, die Abschlussstipendien für Promovierende vergeben. Eine dieser Stiftungen, die fachunabhängig fördert, ist die FAZIT-Stiftung. Außerdem gibt es noch ein paar fachspezifische Stiftungen, die in bestimmten Fällen den Abschluss der Promotion fördern.

Fachunabhängige Abschlussförderung

FAZIT-Stiftung
Die FAZIT-Stiftung vergibt Abschlussstipendien. Bedingung für die Förderung ist eine finanzielle Notlage der Bewerberin/des Bewerbers. Antragsteller sollten zu Beginn der Promotion das 28. Lebensjahr nicht überschritten haben. Die Förderungsdauer ist auf einige Monate begrenzt. Auch Teilstipendien können gewährt werden.

Fachspezifische Abschlussförderung (Auswahl)

Deutsches Forum für Kunstgeschichte
Das Deutsche Forum für Kunstgeschichte gewährt im Wesentlichen einjährige Forschungsstipendien, die unter ein übergreifendes Thema gestellt werden. Die Jahresstipendien bieten fortgeschrittenen Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern u.a. die Möglichkeit, im Austausch innerhalb einer internationalen Stipendiatengruppe ihre Dissertation abzuschließen.

Deutsche Gesellschaft für Fremdsprachenforschung
Pro Jahr werden zwei Abschlussstipendien im Bereich der Fremdsprachenforschung vergeben. Die Höhe des Stipendiums beträgt 500 € monatlich, die Förderungsdauer ist begrenzt auf einen Zeitraum von jeweils sechs Monaten.

Richard-Winter-Stiftung
Die Richard-Winter-Stiftung vergibt Abschlussstipendien im Bereich Naturwissenschaften in Form monatlicher Zuwendungen. Eine Bewerbung ist jederzeit möglich. Interessent/innen können Informationen über die Vergabe der Stipendien schriftlich anfordern.

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